Abgrenzen & Offen Bleiben

Abgrenzen & Offen Bleiben

M.’s Bedürnisse und Grenzen

M. (fiktive Person) ist alleinerziehende Mutter zweier Kinder und die Kinder leben sowohl bei ihr wie beim Vater. Für M. ist es wichtig, harmonische Beziehungen und Kontakte zu haben. Sie spürt gut, wie es anderen geht, was sie sich wünschen und was es braucht, dass es allen gut geht.

Wenn bspw. ihre Freundin zu Besuch kommen möchte, sagt sie jedes Mal «Ja» und hört ihr zu, wenn sie etwas beschäftigt, auch wenn M. noch viel zu tun hätte und innerlich unruhig ist deswegen.

Oder sie trifft an einem Schulanlass den Vater der Kinder. Dieser hätte die Turnkleider für den Sohn mitbringen sollen, hat es jedoch vergessen. M. übernimmt das Versäumte und fährt nach Hause, um die Kleider zu holen. Sie empfindet dies als selbstverständlich, sie hat es immer so gemacht.

Manchmal bemerkt sie, dass sie Dinge lieber nicht machen möchte, behält es aber für sich, damit Harmonie und Ruhe in den Beziehungen bestehen bleiben.

Abends, wenn sie Zeit für sich hat oder wenn sie im Bett liegt, überkommt sie manchmal Traurigkeit und sie fühlt sich leer. In gewissen Momenten, vor allem wenn jemand ihre Grenzen überschreitet, wird sie auch wütend. Ganz plötzlich steigt die Wut in ihr hoch und richtet sich gegen diesen Menschen. Dann zieht sie klare Grenzen und weist diese Person zurück oder beendet gar unmittelbar die Freundschaft, weil sie das Gefühl hat, dass in ihr Garten getrampelt wurde, dass es ihr zu nah ist. Auch Partnerschaften gingen so zu Ende.

Ihr Unwohlsein zu bemerken, wenn sie lieber «Nein» sagen würde, fällt ihr schwer. Andern zu sagen, dass sie etwas nicht will oder ihr zu nahe geht, ist für sie schwierig. Beim Gedanken daran bekommt sie Angst, die andern würden sie nicht mehr mögen.

Die Sprache der Emotionen

M. erlebt den inneren Konflikt vom Zurückstellen ihrer eigenen Wünsche und Bedürfnisse zugunsten der Wünsche und Bedürfnisse anderer. Dieses Verhalten entspringt dem Wunsch nach Liebe und Anerkennung.

Sie könnte nun so weiterleben. Die Traurigkeit würde zum steten Begleiter, die Wut eine in ihr schlummernde Bedrohung und immer wieder würde sie urplötzlich Menschen abweisen.

Um dies ändern zu können, bedarf es zuerst der Aufmerksamkeit auf die eigenen Gefühle, um in einem weiteren Schritt die Sprache der Emotionen übersetzen zu können.

Dieser Prozess ist individuell. Nehmen wir hier das Beispiel von M.:

Meine Bedürfnisse, meine Grenzen

Am Anfang stehen ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Sie bemerkt sie jedoch nicht, weil für sie die Notwendigkeit, im Sinne von Frieden und Harmonie zu handeln, wichtiger sind. Sie möchte die Anerkennung und Freundschaft der Menschen in ihrem Umfeld nicht gefährden.

Traurigkeit

Aber in ihr spricht die Traurigkeit und Traurigkeit spricht von Verlust. Ob durch ein äusseres Ereignis oder inneres Erleben verursacht, traurig wird man, wenn ein eigener Anteil, der zu einem gehört und dem eigenen Wesen entspricht, verloren ging. Äusserlich oder innerlich verursacht – beides führt zu einem inneren Konflikt und das Gefühl ist dann die Sprache des Ichs, der Seele, des Selbst, die auf diesen Konflikt aufmerksam machen will. Traurigkeit fordert auf, den inneren Anteil zu suchen, zu finden, anzuerkennen und ins Leben zurück zu holen. Meist bedeutet dies zu lernen, sich selbst als ganz und vollständig zu empfinden.

Bei M. möchte das Traurigsein ihr sagen, dass sie die Fürsorge für sich selbst schmälert, sie ihren eigenen Bedürfnissen nicht gebührend Wert gibt und dadurch die innere Harmonie durcheinanderkommt. Sie hat sich selbst zu wenig beachtet oder gar missachtet und ihre innere Balance dadurch erschüttert.

Wut

Es kann schwierig und anspruchsvoll sein, den Konflikt zu bemerken und zu benennen, geschweige denn, sich anders zu verhalten. So staut es sich und sobald der Stau gross genug ist, bricht der Damm und die Emotionen treten als Wut hervor. Wut ist ein Ausdruck von Ohnmacht und Ohnmacht ist ein mächtiges Gefühl. Sich ohne Macht über Handlungsmöglichkeiten oder Selbstermächtigung zu fühlen macht wütend. Jedes Lebewesen will sich selbst ausleben, gestalten und expandieren. Man denke bloss an den Frühling mit seiner unbändigen Lebenskraft und Lebensfreude, wenn Zweige durch Rinden stossen oder Sprösslinge durch den Asphalt einer Strasse. Da sind wir Menschen nicht anders.

Dies sind Formen von Grenzen, welche durchbrochen werden wollen, mit der geballten und explosiven Kraft des Lebens. Und Wut hilft dabei, wenn es unterdrückt wurde. Aber auch sie gehört zur Sprache des Ichs, des Herzens, und ist ein wichtiger Freund, wenn dieses unterdrückt wird. Denn die Sprache der Gefühle ist für das Selbst immer im biologischen Sinne gut gemeint. Sie will aufmerksam machen auf den eigenen, für sich richtigen Weg und will aufzeigen, wenn man im Begriff ist, diesen zu verlassen. Die Herausforderung ist, diese Sprache zu verstehen und in Einklang mit der Umwelt und dem eigenen Verhalten zu bringen.

Die Sprache der Emotionen

Traurigkeit sagt aus: «Ach, ich schreite durch das Unterholz, meine Schritte sind mühsam und schwer, wo ich doch die Leichtigkeit meines gut gepflegten eigenen Weges vermisse.» Und wenn dies lange andauert, mobilisiert die Wut die nötige Kraft zur Veränderung. «Nun reicht’s! Mit Buschmesser und Kraft zähme ich das Dickicht und bahne mir den Weg zurück auf meinen Weg!» Sie ist eine Überlebenskraft, eine Überlebensemotion, und will das Beste für das Selbst. Damit können selbst liebgewonnene Menschen vor den Kopf gestossen werden und wie bei M., werden plötzlich Grenzen durchbrochen und womöglich Beziehungen aufgelöst. Innen und Aussen sind nicht im Einklang und die Emotionen sprechen darüber.

Wie lässt sich dies ändern?

Der erste Schritt ist, sich bewusst zu werden, was bei einem selbst geschieht. Die Bewusstwerdung von Emotionen und Verhaltensweisen steht am Anfang und braucht Erkenntnis und Übung.

M. begann irgendwann zu bemerken, dass sie so nicht weitermachen möchte und dass es ihr zunehmend schwer viel, ihre Wünsche hintenanzustellen. Am anfangs erwähnten Schulanlass bemerkte M., dass es sie störte, die Aufgabe des Vaters zu übernehmen. Sie konnte es aussprechen und die Erfahrung machen, dass ihm sein Versäumnis bewusst wurde, er sich entschuldigte und die Sachen holte. Ihre Angst nach Störung der Harmonie war unbegründet und wurde ersetzt durch ein Erfolgserlebnis mit sich selbst.

Sie begann es zu üben und in weiteren Situationen umzusetzen. Manchmal gelang es, manchmal war es schwierig, so dass sie sich Unterstützung wünschte.

Wie kann eine kinesiologische Begleitung unterstützen?

Im Gespräch erforschen wir gemeinsam das Verhalten und die dahinter liegenden Emotionen und deren Sprache. Über kinesiologische Ausgleichsmethoden kann dann, unter Einbezug der unterbewussten Anteile, der Prozess unterstützt werden.

Dabei wirkt Kinesiologie u.a. über Meridiane und Akupunkturpunkte auf den energetischen Aspekt des Organismus. Hier kennen wir 4 Körperenergien (Meridiane), welche die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse im Austausch mit der Umwelt regulieren: Herz, Dünndarm, Perikard und Dreifach Erwärmer.

Die vier «Grenz-Meridiane»

Der Herzmeridian ist der «Herzkaiser», hier wohnt die Seele, das ureigene Ich mit seinen Lebensaufgaben und der freudigen Expansionskraft, um sich selbst in die Welt zu bringen. Eine Disbalance zeigt sich in unterdrückter Wahrnehmung seiner Wünsche und Bedürfnisse.

Der Dünndarmmeridian ist der «Kammerdiener des Kaisers» und bringt die Botschaften des Herzens nach Aussen und die Informationen der Geschehnisse ausserhalb zum Kaiser. Er reguliert die Herzensangelegenheiten. Eine Disbalance zeigt sich in Verschlossenheit, sich distanzieren, auch Förmlichkeit.

Der Perikardmeridian ist die «Palastwache» und bewacht und reguliert die Grenzen der Wohnstätte des Selbst innerhalb des eigenen Reiches. Er ist zuständig für die Regulierung der Informationen und Ereignisse die zum Kammerdiener weitergegeben werden und schützt das Herz vor Verletzungen – die innere emotionale Grenze. Ist Perikard in Disbalance, kann emotionale Intimität und Offenheit eingeschränkt sein.

Der Dreifach Erwärmer ist schlussendlich der «Wächter der Landesgrenzen», der äusseren Grenzen des eigenen Reiches, gegenüber anderen Menschen. Es sind sehr förmliche und distanzierte Verhaltensweisen die eine Disbalance zeigen. Informelles, entspannt und lockeres Verhalten gegenüber fremden Menschen ist schwierig.

Die Lebenserfahrungen hinzunehmen

Es sind Prägungen, die Erziehung und Lebenserfahrungen, welche den Verlauf der Grenzen und die Arbeitsweise der Grenzwächter ausmachen. Und es sind die einzelnen alltäglichen Situationen, die das Agieren der Wächter antriggern. Stress und Herausforderungen setzen die Wächter in Bewegung und können gar die Grenzen verschieben.

Hier setzt die Behandlung an und hilft über Bewusstseins- und sanfte Körperarbeit, die Grenzen in ihre ursprünglichen Bahnen zu bringen und die Wächter zu beruhigen, so dass sie nach dem Verlassen ihrer Posten wieder an den Ort ihrer Aufgabe zurückkehren können.

Konkret bedeutet dies, dass über die Bewusstwerdung des eigenen Verhaltens und der eigenen Gefühlssprache und über die Behandlung von Meridiane, Körperstellen, Muskeln und Akupressurpunkte eine Balancierung dieses Geschehens erfolgen kann.

Grenzen öffnen, Grenzen schliessen

Entdecken und aufdecken von Verhalten und Emotionen, wenn’s stressig oder undurchschaubar wird – dann kann eine aussenstehende Sicht hilfreich sein. Die sanfte, kinesiologische Behandlung kann unter- und unbewusste Aspekte mit einbeziehen, löst blockierte Grenzdurchgänge oder öffnet sie für neue Erfahrungen.

Ich freue mich, wenn ich Dich dabei unterstützen kann.

Lampenfieber – Vom Problem zur Lösung

Lampenfieber – Vom Problem zur Lösung

Eine Geschichte aus der Praxis

Das Problem

P. kam in meine Praxis, weil sie regelmässig vor einer grösseren Gruppe Menschen sprechen musste, was bei ihr Stress in Form von zitternden, schweissnassen Händen, Zittern am ganzen Körper, Bauchbeschwerden, schwabelige und zittrige Knie auslöste. Am Vorabend verspürte sie jeweils Angst, Nervosität und Unruhe und während dem Sprechen stotterte sie gelegentlich und hatte eine ungewohnt schwache oder zitternde Stimme. Die Auftritte wurden zunehmend belastend und wir arbeiteten über ein paar Wochen daran, dies zu verändern.

Der Prozess

Sie lernte zu verstehen was bei ihr mental und körperlich geschieht, weshalb ihr Körper tut was er tut und wie sie sich selbst vorbereiten und die unangenehmen Gefühle verändern kann. Über körperliche Behandlungen haben wir das Unterbewusstsein mit ins Boot geholt, so dass auch zugrunde liegende Ursachen ausgeglichen werden konnten.

Ziel erreicht

Gestern nun hat sie mich angerufen und erzählt, dass sie einen neuerlichen Speech problemlos entspannt und leicht absolvieren konnte und – sogar Freude dabei empfand. Ein toller Erfolg für P.!

Lampenfieber, Prüfungsangst, Bühnenangst

Du kennst «Performance-Stress» bei Dir selbst und Du möchtest etwas tun können um leichter aufzutreten?

Gerne begleite ich Dich persönlich in Einzelbehandlungen (mehr) oder zeige Dir Bewältigungsstrategien zur Selbsthilfe im Tageskurs «Lampenfieber».

Für entspannteres Performen, Prüfungen ablegen oder Auftreten vor Publikum.

Umgang mit Emotionen

Umgang mit Emotionen

Wenn Emotionen und Gefühle zu stark werden

 

In diesem Beitrag liest du folgendes:

  • Was sind Emotionen, was sind Gefühle
  • Die 4 Phasen bis zur Integration von Emotionen:
      1. Verdrängen, verleugnen und weiter wie bisher
      2. Die Emotionen brechen hervor
      3. Sich den Emotionen stellen und sie aushalten
      4. Die Integration. In Einklang mit den eigenen Gefühlen

Emotionen

Emotionen sind ein grosser und mächtiger Teil von uns Menschen. Sie bestimmen die Wahrnehmung, das Verhalten, den Umgang mit anderen Menschen und mit Situationen. Sie lassen uns die Welt farbig, lustvoll, motivierend oder unangenehm, verletzend oder bedrohlich erscheinen. Oder sie werden schwach und dumpf oder verschwinden ganz. Sie prägen unser Erleben und unsere Entscheidungen und sie sind Leitfaden für unser Verhalten.

 

Doch zuerst eine Begriffsklärung:
Was sind Emotionen, was sind Gefühle?

Man kann unterscheiden zwischen Wahrnehmungen, Emotionen und Gefühlen.

  1. Wahrnehmungen sind Reize aus der Umgebung, die über die Sinne dem Körper zur Verarbeitung zugänglich gemacht werden. Auch Gedanken gehören dazu.
  2. Emotionen sind die Reaktionen darauf. Sie sind die Sprache aus deinem Inneren die entsteht, wenn die Wahrnehmungen auf deine Persönlichkeit treffen. Sie prägen das unbewusste, unwillkürliche Verhalten.
  3. Gefühle sind bewusst gewordene Emotionen. Über sie kannst du sprechen, denn sie entstehen durch Beachtung und Anerkennung und damit verbundenen Gedanken, Bewertungen und Erfahrungen. Eine Reflektion darüber ermöglicht Annahme, Verarbeitung und Veränderung von Emotionen und Gefühlen – die Integration. So können bewusste Entscheidungen im Umgang mit ihnen gefällt werden und schlussendlich deine Lebendigkeit spiegeln.

Verdrängen und Überleben

Aber wie kommt man dahin? Wie können ungeliebte, zu heftige und bedrohliche Wellen von Emotionen abklingen, sanfter werden und integriert werden?

Starke, ungeliebte Emotionen können das Überleben bedrohen. Das Überleben der eigenen Wesensart, der Integrität oder der Seele, wenn eine Situation oder ein Lebensabschnitt als zu bedrohlich erlebt wird, um sich ihm ungeschützt präsentieren zu können. Instinktiv schützt man sich. Beispielsweise wenn man sich wehren möchte, es aber unterdrückt, weil einem die Folgen zu bedrohlich erscheinen.

Solche Momente können im Grossen wie im Kleinen Dissoziationen auslösen. Dissoziieren bedeutet in diesem Fall, man verdrängt, will es weghaben, spaltet ab, damit man nicht untergeht und in der Situation überleben und durchhalten kann. Der somit abgekapselte Teil bleibt bestehen und köchelt vor sich hin, bis zum nächsten Auslöser. So lange, bis man wahrnimmt, erkennt, anschaut und annimmt. Dann kann der Teil abklingen und in das gesamte Sein integriert werden. Dies geschieht in vier Phasen.

 

Phase 1 – Verdrängen, Verleugnen und weiter wie bisher

Erlebst du eine auslösende Situation und die Emotionen die hochkommen sind bedrohlich oder unerwünscht, dann ist die erste Reaktion sie zu unterdrücken. Sie dürfen nicht sein. Vielleicht weil es die Umgebung so will oder weil man selbst es so will. Sie passen nicht in deine oder anderer Menschen Vorstellungen oder würden mehr verändern als erträglich ist. Um auf dem bisherigen Lebensweg weitergehen zu können, müssen sie verschwinden. Es wird mit allen Möglichkeiten und aller bestehenden Macht versucht, die Emotionen und Gefühle zu leugnen, zu kontrollieren und stattdessen weiter zu funktionieren. Z.B., wenn es dir wichtig wäre vor einer Gruppe etwas zu sagen, es aber nicht möglich ist, weil zu starke Nervosität (Angst) dir das Sprechen verunmöglicht. Dies geschieht meist aufgrund eines früheren, prägenden Erlebnisses.

Entsteht in dieser Phase der Wunsch etwas zu verändern, dann heisst das, man möchte ohne Beschwerden leben. Es entspricht dem Wunsch von den Mitmenschen anerkannt zu werden und gut genug zu sein.

Phase 2 – Die Emotionen brechen hervor

Hast du schon mal bemerkt, dass es in gewissen Moment nur einen kleinen Anreiz braucht und die Emotionen schnellen hoch? Dann ist vielleicht der Überdruck im inneren Druckkessel so gross geworden, dass es schwierig ist, den Ausbruch zu kontrollieren.

Diese Phase zeigt, dass etwas unterdrückt wurde und angeschaut werden möchte. Das ist nicht «ich bin halt impulsiv» oder «das ist mein Charakter», sondern der Schrei und die Aufforderung von innen hinzuschauen, bei sich selbst zu schauen.

Es gibt Emotionen die in unserem Umfeld sehr negativ bewertet sind. Wer Wut, Hass, Neid, oder Angst ausdrückt, gilt als schwach, «tiefschwingend» oder gar als schlechter Mensch. Doch wir alle haben sie mehr oder weniger und wenn man dahinter schaut, entdeckt man einen Ursprung und eine Geschichte dieser Emotionen. Das Verstehen dessen hilft, neue Entscheidungen zu treffen und das Annehmen und Aushalten kann eine Veränderung einleiten.

Z.B. Wut ist angestaute Lebensenergie, die ein starker Antrieb sein kann. Man steht nicht für sich ein oder fühlt sich unterdrückt oder nicht gesehen, vielleicht liegt der Ursprung in einer Zeit zu der man keinen bewussten Zugang mehr hat. Hier geht es um das (nicht) Für-Sich-Einstehen können, dürfen oder wollen. Ist der Stau gross genug, kann die Energie genutzt werden, um für sich selbst einzustehen ohne sie auf andere zu projizieren.

Wird der Grund für das Auftreten der Emotion verstanden, ist es möglich, anders über sie zu denken und sie neu zu bewerten. Aus dem Verständnis des Auslösers oder einfach über die Anerkennung als Teil von sich selbst, wird es möglich sie anzunehmen. Und das Verständnis für die Emotion führt zu mehr Verständnis für sich selbst, der Blick auf die Situation verändert sich und die Bereitschaft für das Zulassen von Veränderung wächst.

 

Eine helfende Hand

Das klingt womöglich einfacher als es ist. Gerade wenn Emotionen hervorbrechen und man sich ohnmächtig oder ausgeliefert fühlt, kann aussenstehende Hilfe unterstützend sein.

Eine kinesiologische Begleitung kann in diesem Moment bei der Bewusstwerdung und dem Umgang damit helfen und die Emotion «balancieren». Auch kann ausgetestet werden, ob ein früheres Erlebnis dabei eine wichtige Rolle spielt oder ob die Emotionen wirklich die Eigenen sind oder solche die man (aus meist unbewusstem Mitgefühl) für andere trägt.

Phase 3 – Sich den Emotionen stellen und sie aushalten

Diese Phase braucht viel Kraft und auch die Entscheidung und den Willen sich selbst anzunehmen, auszuhalten und die Emotionen zuzulassen.

Emotionen sind wie (ungeliebte) Freunde. Sie kommen um einem etwas zu sagen. Ungeliebt, weil sie etwas sagen was man nicht hören will oder weil das was sie sagen die Aufforderung zu anstrengendem Handeln ist. Freunde sind sie, weil sie es schlussendlich gut mit einem meinen und, wenn man genau hinschaut, das Beste für einen wollen. Ein guter Freund wird dir mit wohlwollenden Hilfestellungen so lange «auf die Pelle rücken», bis du dir die Zeit nimmst, aufmerksam und ohne Wertung zuzuhören, bis du die Verantwortung für dich übernimmst. So macht es der Körper immer. Er spricht und wird lauter, bis du hinhörst und die Verantwortung übernimmst.

Ab diesem Punkt gibt es drei Schritte:
  1. Annahme
  2. Dankbarkeit
  3. Mut haben es trotzdem zu tun
Annahme

Die Emotion darf sein. Dies ist die wichtigste Entscheidung die heisst: Ich nehme mich jetzt so an wie ich bin. Mit allen Emotionen die dazu gehören. Wer sollte dich sonst ganz so annehmen, wie du bist, ausser du selbst? Und wenn du alle deine Emotionen annimmst, erlaubst du dir, dich zu sein, dich zu zeigen und damit auch den anderen dich zu sehen.

Dankbarkeit

Mach den Versuch. Schau die Emotion an und bedanke dich bei ihr. Und nun beobachte was sich verändert. Es wird sich unweigerlich ein Schritt zur Annahme einstellen. Man kann nicht gleichzeitig dankbar und ablehnend sein. Dies sind kleine Schritte. Aber bewusst und immer wieder getan, führen sie zu einer Veränderung.

Mut es trotzdem zu tun

Überlege dir, wovon dich die Emotion abhält. Und dann, welchen kleinen Schritt du machen kannst, um trotzdem zu tun was du tun möchtest. Vielleicht hast du Angst davor Nein zu sagen. Dann beginne damit, das Nein bewusst zu bemerken und dich bei dir selbst zu bedanken, dass du dir gegenüber diesen Schritt gemacht hast. Dies nimmt dem Widerstand oder der Kritik gegenüber dir selbst den Wind aus den Segeln.

Kleine Schritte

Mache kleine Schritte und nimm den Verstand zu Hilfe. Wenn du dich hinsetzen, fühlen und aushalten möchtest, muss dies nicht so lange sein, wie die Emotion andauert, sondern du kannst mit ihr eine Abmachung treffen: Sag deiner Emotion, über so und so viele Minuten darfst du sein, mit allen Auswirkungen, ich werde bei dir sein und die Kraft haben alles zu erfühlen. Aber danach musst du mich ruhen lassen. Vielleicht stellst du dafür einen Wecker über die entsprechende Zeit und planst abschliessend etwas Gutes für dich ein.

Es trotzdem zu tun, wenn du z.B. Angst hast, könnte bedeuten, dass du dir zuerst eine Situation nimmst, bei der du nur ein bisschen reagierst und gehe bewusst rein. Erlebe bewusst was geschieht und gib danach deinem Mut Ehrerbietung. Vielleicht musst du dies immer und immer wieder tun. Jedes Mal wird dich einen Schritt weiterbringen und irgendwann wird es möglich, einen Schritt in einen anspruchsvolleren Moment zu machen.

Der Verstand

Überlege dir, was für eine Entscheidung du treffen willst. Willst du der Emotion Macht geben? Oder beginnst du dich ihr zu stellen? Beides hat seine Berechtigung, aber die Schritte aus der Emotion geschehen damit, sich zu stellen. Auch wenn es nur einen Moment lang ist. Schritt für Schritt und mit jeder Erfahrung wirst du ein Stück freier werden.

Es kann Wellen geben und Rückschläge. Zeiten in denen es anstrengend und entmutigend ist und solche in denen dein Mut dir das Gefühl gibt grössere Schritte tun zu können. Manchmal geht mehr und manchmal weniger. Aber bleibe dran und höre nicht auf es zu versuchen, denn es eröffnet sich das lohnendste Ziel: Du. Dich selbst sein dürfen.

Die feste Entscheidung bei dir zu bleiben und richtig zu sein, obwohl das Gefühl etwas anderes sagt, ist ein starker und wichtiger Verbündeter und er ermöglicht dir, immer wieder neue Schritte zu tun.

Reflektieren und Revision

Es ist noch kein Marathonläufer vom Himmel gefallen. Das Üben und Trainieren gehört dazu und zu Beginn mag es nicht möglich sein, anders zu reagieren als man es gewohnt ist. Dann nimm dir danach Zeit und gehe die Situation nochmals durch und überlege dir, was du anders hättest tun können. Dies gibt dir Ideen für das nächste Mal.

Und wenn du magst, nutze die Kraft der Revision, indem du alles nochmals vor dem inneren Auge durchlebst und das Erleben in deiner Vorstellung so veränderst, wie du es dir wünschst. Ändere jedoch nicht die anderen Menschen, sondern deine Reaktionen, Handlungen und Gefühle und erlebe wie sich das anfühlt. Das Hirn unterscheidet nicht zwischen physischem Geschehen und vorgestelltem Ereignis und so gehst du innerlich positiv aus der Vergangenheit und programmierst dich für das nächste Mal um.

Und denke daran: Die wichtigste Entscheidung die du treffen kannst ist die, dich jetzt mit allem anzunehmen was du bist und dich bei dir selbst zu bedanken.

Vertrauen

Und sei versichert, es geschieht nur so viel wie du aushalten kannst. Was dir geschieht entspricht deiner Kraft. Du hast gute Schutzmechanismen und Beschützer die zu dir schauen.

Unterstützung

Vielleicht möchtest Du nicht alleine durch diesen Prozess gehen. Das Annehmen-können ist manchmal verbunden mit Gedanken und Glaubenssätzen die z.B. Selbstzweifel suggerieren. Oder etwas einfach beobachten können das einem Schwierigkeiten bereitet geht leichter mit Begleitung. Oder Du bist froh, die gemachten kleinen Schritte mit jemandem zu reflektieren und sie sanft über den Körper zu integrieren, um das Vertrauen zu stärken.

Gerne begleite ich Dich auf Deinem Weg.

Phase 4 – Die Integration. In Einklang mit den eigenen Gefühlen.

Die Integration ist die Akzeptanz und Wertschätzung dessen, was du fühlst, mit dir geschieht und geschehen ist. Es ist die Erfahrung, dass es sich ändern kann und ändern lässt und es ist das Bewusstsein, dass dies nur ein Teil dessen ist was dich ausmacht. Ein Teil deiner Geschichte und deines Wesens und nun gehört auch das Wissen und die Lebenserfahrung dazu, dass du immer besser damit umgehen kannst und dass du Entscheidungen für dein Wohl treffen kannst. Starke Emotionen wie Wut, Traurigkeit oder Schmerz sind vertraute Emotionen geworden, die deine Lebendigkeit ausmachen und nun richtig verstanden werden, so dass du mit ihnen umgehen kannst.

Mit deiner zunehmenden Aufmerksamkeit ihnen gegenüber werden sie leiser und sanfter werden. So wie wenn ein Freund, Partner oder der innere Kritiker intensiv auf dich einredet. Dann höre gut zu und gehe auf ihn ein und du wirst beobachten können wie er leiser wird.

Integration bedeutet auch die Anerkennung, dass, wenn die Emotionen wieder kommen, sie erkannt, anerkannt und sein dürfen. Sie sind Steigbügel für Erfahrungen und Lernschritte und mit der Zeit können sie als Freunde für eine weitere Entwicklung begrüsst und wieder verabschiedet werden. Die Fülle des eigenen Seins wächst.

Menschen die mit schwierigen Konfrontationen leben gelernt haben, werden demütig gegenüber den Lernerfahrungen, dankbar für die ruhigen Zeiten und stolz auf den eigenen Mut.

Dies ist, was ich dir von Herzen wünsche. Damit du mit dir selbst in Frieden, Kraft und Freude dein Leben leben kannst.

Und wenn du dabei Begleitung und tieferes Bewusstwerden wünschst, unterstütze ich dich gerne.

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Berücksichtigung der Schutzmassnahmen

Berücksichtigung der Schutzmassnahmen

nnDie Schutzmassnahmen werden in der Praxis wie folgt umgesetzt:
  • Es besteht Maskenpflicht in allen Räumen der Praxisgemeinschaft. Im Wartebereich bitten wir um Einhaltung eines Abstands von 1.5 m.
  • Bitte wasche Dir im Badezimmer vor und nach der Behandlung gründlich die Hände. Desinfektionsmittel steht bereit.
  • Bei Symptomen die auf eine CoViD-Erkrankung hinweisen, ist Selbstisolation und Abklärung durch einen Arzt empfohlen. Bei Unsicherheit darüber, melde Dich bitte bei mir, damit wir dies besprechen können.
  • Die Praxisräume und vor allem die Gegenstände die Kundenkontakt haben, werden nach einer Behandlung gereinigt. Bitte habe Verständnis, wenn es deswegen etwas länger dauert.
  • Während dem Gespräch kann der Midestabstand eingehalten werden und es muss keine Maske getragen werden. Bei der Behandlung ist Masketragen empfohlen.
  • Es wird vor und nach einer Behandlung ausgiebig gelüftet.
  • Ich beachte die gründliche Reinigung und Desinfektion meiner Hände vor und nach einer Behandlung.
  • Bei Unsicherheiten bezüglich eines Besuches in der Praxis kannst Du gerne Kontakt mit mir aufnehmen.
  • Ich bedanke mich für das Verständnis.

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Kultur Legi

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Besitzerinnen und Besitzer der Kultur-Legi bezahlen Fr. 60.- pro kinesiologische Behandlung, sofern keine Zusatzversicherung besteht.

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Die KulturLegi bietet Menschen mit schmalem Budget Rabatte auf Angebote aus Gesundheit, Kultur, Sport und Bildung und ermöglicht ihnen so die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und fördert eine aktive, eigenverantwortliche Integration.