Augenbewegungen und das Gehirn
Die Bewegungen der Augen folgen der Tätigkeit des Gehirns. Sie bewegen sich in Übereinstimmung mit den Hirnbereichen, in welchen gerade etwas «gemacht» wird. Wird bspw. eine Erinnerung abgerufen, können sich die Augen nach oben bewegen. Oder wir sind in eine körperliche Bewegung versunken und die Augen bleiben im unteren Bereich. Versuche mal, dich selbst oder dein Gegenüber zu beobachten, während du etwas erzählst. Du wirst bemerken, wie sich die Augen bewegen. Sie folgen der Tätigkeit des Gehirns. Dabei spielt es eine Rolle, ob erinnert, erschaffen oder empfangen wird und mit welcher Sinneswahrnehmung dies verbunden ist.
Blockaden im neuronalen Netzwerk
Ähnlich der REM-Phase beim Schlafen, bei der die Augen stark aktiv sind, während das Gehirn Erfahrungen ordnet, kann auch eine angeleitete Augenbewegung den Prozess der Verarbeitung und Integration von Erlebtem anstossen.
Theoretischer Hintergrund ist die Vorannahme, dass manche unserer Probleme dadurch entstehen, dass intensives Erleben, welches das persönliche Alarmsystem als bedrohlich interpretiert, als Einzelteile und nicht als Ganzes abspeichert. Im neuronalen Netzwerk des Erlebnisses «X» werden Teile zur Sicherheit isoliert und «schubladisiert». Ein «neuronaler Knoten» entsteht. Der Sinn dahinter ist biologisch sinnvoll und dient unserem Besten: Erinnerte Bedrohung soll nicht wieder hochkommen und das Sicherheitsgefühl aufrecht erhalten werden. Erkennen kann man dies z.B. daran, dass man sich nach einem schockartigen Erlebnis nicht an gewisse Details erinnern kann. Oder dass beim Drandenken ein «Chaos» (hohe Stressladung) im Kopf entsteht.
Solange wir diese Blockaden im neuronalen Netzwerk halten, tritt keine Verbesserung ein. Das «Problem» bleibt Bestandteil unserer Wahrnehmung.
Was bewirken die Augenbewegungen?
Grundsätzlich möchte unser Inneres belastende Erfahrungen verarbeiten und integrieren. Solange dies vom Unterbewussten aber als «zu gefährlich» interpretiert wird, bleibt es verschlossen, der neuronale Knoten bleibt bestehen. Durch gezielte Bewegungen der Augen können Verarbeitungs-Prozesse im neuronalen Netzwerk aktiviert und angestossen werden. Die Integration des Problems kommt in Gang und die Informationsverarbeitung im Gehirn wird beschleunigt – das Problem kann an Intensität verlieren.
Die Ausführung von EMDR und EMI
Die Bewegungen der Augen werden in verschiedenen Kombinationen ausgeführt, wobei die Geschwindigkeit eine Wirkung auf die Verarbeitungsweise hat. Die Bewegungen können rhythmisch hin und her, in der Diagonale, durch die verschiedensten Ebenen des Blickfeldes oder auch in Form einer liegenden Acht ausgeführt werden.
Dabei führt der Therapeut die Augen des Klienten mit zwei Fingern seiner Hand.
Indikationen
EMDR und EMI kann bei jeglichen emotionalen, mentalen, körperlichen und Verhaltensproblemen eingesetzt werden, da auf der ursächlichen Ebene der neuronalen Informationsstruktur gearbeitet wird.
- Reaktionen auf Traumatisierungen (PTBS)
- Bewältigung von Unfallfolgen
- Bewältigung von traumatisierenden Trennungen
- Ängste, Phobien, Panikstörungen
- Chronische Schmerzen
- Psychosomatische Störungen
- Zwangshandlungen, Zwänge
- Tinnitus und Ohrgeräusche
- Allergien und Unverträglichkeiten
Belastendes aufweichen, Schritte weitergehen
Entdecken und aufdecken von Verhalten und Emotionen, wenn’s stressig oder undurchschaubar wird – dann kann eine aussenstehende Sicht hilfreich sein. Die kinesiologische oder traumatherapeutische Behandlung kann unter- und unbewusste Aspekte mit einbeziehen, löst «neuronale Autobahnen» und gestaltet neue Ausfahrten und Wege für neue Erfahrungen.
Ich freue mich, wenn ich Dich dabei unterstützen kann.